Metasätze Fragen stellen

Fragen stellen und Antworten zu geben ist Teil unserer Kommunikation

Sonntag, 8. März 2020

Wir Menschen sind mehr als bereit, zu kommunizieren. Nur - Fragen, deren Hintergrund wir nicht verstanden haben, zu beantworten, das ist eine Kunst, die niemand versteht

Metasätze helfen als Anker

Wie wunderbar hilfreich sind solche allgemeingültigen Metasätze oder Kernsätze, vor allem in der Kommunikation. Ich bezeichne sie als Kernsatz, weil sie im Kern wahr sind, der Kern unveränderbar steht und um den Kern herum das Fruchtfleisch entsteht, durch das wir uns durchaus auch mal durchbeißen müssen.

Metasätze sind Leitsätze, die abrufbar im Gedächtnis verankert als Unterstützung und Ankerpunkte wirken.

Ich möchte Sie mit einigen Metasätzen bekannt machen, die für Lebenslagen und Kommunikation eine wichtige Richtschnur sind.

Wenn du eine Frage stellst, sag auch, warum du die Frage stellst!

So kanns gehen… Anekdote aus der Praxis.

Frage: „Sag mal, Gisela, machen wir heute pünktlich um 18 Uhr Schluss?“
Innere Gedanken bei mir / Interpretation: „Aha, sie möchte wissen, ob wir heute um 6 rauskommen. Mir ist Zeitverlässlichkeit wichtig, ich möchte meiner Verantwortung als Ausbilderin nachkommen.“
Antwort: „Ja, wir hören 15 Minuten vor sechs auf, dann bleibt noch Zeit für die Schlussbesprechung und Aufräumen.“
Reaktion: Große Augen und neue Eröffnung. „Ja weil…. ich würde gerne meinen Zug nehmen um viertel nach sechs und müsste dann um 10 vor sechs gehen. Wenn wir aber länger machen, auch kein Problem, dann fahre ich mit dem nächsten Zug um viertel nach sieben!“

Das nenne ich mal gründlich aneinander vorbeigeredet!

Meine Gedanken darüber, was der Inhalt der Frage ist, waren schlicht falsch.

Und so ergeht es uns täglich. Wir interpretieren in Bruchteilen von Sekunden und liegen damit öfter richtig und genauso oft eben nicht. Meist wird dann korrigiert, wie hier und die Kommunikation geht weiter. In funktionierenden Beziehungen passiert erstmal nichts, in Konflikten führt die fehlende Klarheit darüber, warum jemand diese oder jene Frage stellt, ins Niemandsland.

Wir raten. Und wir treffen und verfehlen.

Und verbrauchen damit auch kostbare Zeit und Energie

Na und, fragen Sie? Macht doch nichts, schließlich muss Kommunikation nicht in einem Satz fertig sein! Da gebe ich Ihnen recht. Das muss sie glücklicherweise nicht.

Nur führt diese Frage, die vieles offen lässt, regelmäßig auf Nebenplätze und wir müssen uns mühsam zurück zum Kern vorkämpfen. Das meine ich mit unnötiger Energie und Themen mit Nebenschauplätzen. Wer Teambesprechungen kennt, dem ist das geläufig, in anderen Gesprächen nennen wir es „Aneinander vorbei geredet.“ Metasätze helfen hier mit Orientierung.

Also wie jetzt?

Mögliche Variante der Frage: „Gisela, machen wir heute bis sechs oder kann es sein, dass es länger dauert? Wenn wir kein wichtiges Thema mehr haben, möchte ich um kurz vor sechs gehen, um meinen Zug zu bekommen.“

Jetzt wäre mir der Hintergrund der Frage klar gewesen und ich hätte sagen können: „Ja das passt, aufräumen können wir mit den anderen und den restlichen Themeninhalt erzählen wir dir morgen früh.“ Oder: „Ich möchte noch ein Rollenspiel anbieten und die Auswertung dauert etwas länger. Kannst du den nächsten Zug nehmen, dann haben wir miteinander genug Zeit?“

Danach geht`s ins Verhandeln…

Wer hat welches Interesse? Wie sehen die Lösungen aus?

Meist ist Verhandeln nicht mehr nötig, weil sich allein durch den kleinen Zusatz der Frageerklärung die meisten Lösungen ergeben und Konflikte erst gar nicht entstehen können.

Kennen Sie das? Wie ist das bei Ihnen?

  • Wie gehen Sie mit Fragen um?

  • Wissen Sie, warum Sie manche Frage stellen?

  • Weiß Ihr Gesprächspartner auch eindeutig, warum Sie die Frage stellen?

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